04.03.2019

Viele Fußabdrücke in Bremerhaven

Unternehmen informieren sich zur CO2-Bilanzierung

Am 26. Februar erkundigten sich VertreterInnen von rund 15 Unternehmen bei unserer Kooperationsveranstaltung mit der Handelskammer Bremen zu den Möglichkeiten und Chancen einer CO2-Bilanz. Mit dabei waren FRoSTA und das gastgebende Atlantic Hotel Sail City mit einer Vorstellung ihrer unternehmenseigenen CO2-Fußabdrücke. Für die Teilnehmenden gab es hierbei einige Überraschungen.
  

Bernd Langer von der BEKS Energieeffizienz GmbH eröffnete die Veranstaltung mit einer Einführung in die Grundlagen der CO2-Bilanzierung. Anders als der Name vermuten lässt, umfasst die CO2-Bilanz neben dem Treibhausgas Kohlenstoffdioxid beispielsweise auch die Klimawirkung von Lachgas oder Methan. Während man eine Tonne CO2 auf der Autofahrt von Bremen nach Moskau und zurück ausstößt, benötigt eine Buche 80 Jahre lang Zeit zu wachsen, um dieselbe Menge Kohlenstoffdioxid zu binden – Emissionen werden also besser direkt vermieden, anstatt sie anschließend mit viel Aufwand kompensieren zu müssen.

Dr. Anne Schierenbeck von der TARA GmbH & Co. KG stellte anschließend verschiedene Instrumente und Wege zur CO2-Bilanzierung vor. Eine der verbreitetsten Normen hierfür ist das Greenhouse Gas Protocol – kurz GHG Protocol. Es umfasst die sogenannten Scopes 1 bis 3. Während die Scopes 1 und 2 direkte und indirekte Emissionen aus Autofahrten oder Energiebezug enthalten, die ebenfalls in Energieeffizienzanalysen Berücksichtigung finden, umfasst Scope 3 vor- und nachgelagerte Emissionen, die durch Rohstoffe oder den Gebrauch der Produkte durch KundInnen entstehen. So lassen sich die größten Treibhausgasverursacher im Unternehmen schnell ausmachen. In der Vergangenheit konnten wir bereits Unternehmen begleiten, die einen CO2-Fußabdruck erstellen ließen. Um den Teilnehmenden Beispiele der Umsetzung aus der Praxis zu zeigen, haben wir zwei dieser Unternehmen eingeladen.

Arne Döscher von der FRoSTA AG berichtete von den Erfahrungen seines Unternehmens mit dem Produkt-CO2-Fußabdruck (PCF). Er hielt die Datenerhebung, die für eine CO2-Bilanz nötig ist, zu Beginn für abschreckend. Mittlerweile gehört die Treibhausgasemissions-Bilanzierung allerdings schon genauso zu den einzelnen Produktdaten wie die korrekte Angabe der Zutaten. Die Erhebung hat sich also institutionalisiert: heutzutage stellt sie keinen Mehraufwand für sein Unternehmen mehr dar. Weiterhin profitiere FRoSTA laut Döscher durch die PCFs von dem positiven Bild der KundInnen: das Unternehmen wird mit Nachhaltigkeit verbunden – nicht zuletzt aufgrund der konsequenten Bilanzierung ihrer Produkte.

Der Hoteldirektor des Atlantic Hotel Sail City, Tim Oberdieck, gab schließlich einen Einblick in den hoteleigenen Fußabdruck. Vor der Einführung hatte zunächst nicht nur er Bedenken, ob sich der finanzielle und arbeitstechnische Aufwand für den zu erwartenden Output lohnen würde, aber er wurde schnell eines Besseren belehrt: Allein aufgrund der Datenerhebung zur Bilanzierung bemerkten MitarbeiterInnen einen Defekt an der Lüftungsanlage des Hotels. Durch die frühzeitige Entdeckung konnten immense Kosten eingespart werden.

Unser Fazit des Tages war: Ob fürs mittelständische Unternehmen oder emissionshandelspflichtigen Großunternehmen – CO2-Bilanzen lohnen sich, sowohl fürs Klima als auch die Finanzen. Gleich doppelt lohnt es sich mit unserer Förderung: Wir übernehmen bis zu 60% der Beratungskosten, maximal jedoch 3.600 EUR. Weitere Informationen zum Förderangebot finden Sie hier.